Kein bücken: Unser Hochbeet aus alten Granit-Randsteinen

Zuhause ist ja bekanntlich da, wo man den Bauch nicht einziehen muss. Um den besagten auch voll zu bekommen, reicht in der Regel der Besuch in einer Burgerbude. Wer aber für sich und sein Steak etwas wirklich gutes tun möchte, der braucht einen eigenen Nutzgarten mit selbst angebauten Kräutern und Gemüse. Vor allem ersteres ist für ein perfektes Grillgut beinahe unabdingbar. Perfekt wäre es natürlich, wenn man sich fürs Grünzeug besorgen nicht allzu tief bücken braucht.

Alles was man auf den Foto erkennen kann, stammte noch aus dem Jahr 2013 und ist somit Restbestand des Vorbesitzers. Da wären das Gewächshaus, die Beetumrandung aus attraktiven Beton und das Frühbeet aus selbigen Material.

Mit den Jahren des sich selbst überlassen, herrschte regelrecht Anarchie im alten Gemüsegarten des Vorbesitzers. Die Ost-West Ausrichtung ist einfach perfekt für mein Vorhaben, welches natürlich mit Platzschaffen anfängt.

Während der groben Altlastenbeseitigung wurde über das zu verwendete Material des Hochbeetes diskutiert. Schnell wurde klar das wir die übergebliebenen Randsteine der Stützmauer nehmen. Diese sind perfekt für das Projekt, da sie Sack schwer und super unhandlich sind und ich beim schlichten meine kriegsgottähnliche männliche Seite zeigen darf. Irgendwie so in der Art wurde es mir von meiner Frau verkauft. Hat funktioniert. Dankenswerterweise kam sie noch auch auf die Idee das zwei Hochbeete wären besser, was natürlich optimal für meinen geschundenen testosteronschwanger Körper war.

Wer Hohe Türme bauen will, muss ordentlich am Fundament arbeiten und bevor noch der erste Randstein gesetzt wurde, wurde der Boden ausgegraben und mit festgestampften Schotter versehen. Vermutlich hätte es der nackte Erdboden genauso getan, aber zumindest konnte ich so den Boden optimal ausgleichen.

Der Rest der Unternehmung war hingegen relativ einfach und besteht lediglich aus schlichten, unterbauen, wieder schlichten und wieder unterbauen. Um es genauer zu sagen werden die Granitsteine einfach einmal ringsherum ausgelegt und die nächste Reihe im Versatz darüber geschlichtet.

Da die Randsteine relativ schwer und unregelmäßig behauen sind, ist das Unterlegen eigentlich unvermeidbar. Ich für meinen Teil nahm dafür alte Schiefer- und Polygonalplatten. Im Enddefekt ist das gewählte Material egal, solange es nicht zu schnell verrottet und dem Gewicht standhält.

Nach drei Reihen Schlichterei war aber Schluß. Theoretisch würde eine vierte und fünfte Reihe auch noch gehen, aber dafür wäre mein Hochbeet mit knapp 120 Zentimeter entweder zu breit oder die Arme meiner Frau zu kurz.

Gefüllt wurde das ganze typischerweise mit einer Schicht aus alten Ästen, etwas Laub und zum Schluß noch stinknormaler Pflanzenerde, was sich im Nachhinein zwar nicht als Fehler, aber zumindest als ungünstig herausstellte. Die Pflanzenerde ist nämlich meiner Meinung nach viel entscheidender als eine ausgefallene Schichtung. Der Unterschied von billiger Pflanzenerde zur speziellen Gemüseerde (Komposterde) fiel mir besonders im zweiten Jahr auf. Das muss aber jeder selber für sich entscheiden.

Danach ging es auch schon zum Türken unseres Vertrauens. Neben Fladenbrot und eingelegte Oliven wird dort auch Junggemüse für den anbauen verkauft. Zwar würde es der Gartenbaumarkt im nächsten Ort auch tun, aber unsere Dorfnachbarn schwören auf den orientalischen Kaufmann.

Und sie hatten recht damit, innerhalb drei Monaten schoß das Grün nur noch so in die Lüfte. Perfekt fürs erste Jahr.

Checkliste für ein glückliches Hochbeet

  • Der passende Ort
    Gemüse liebt ausgiebige Sonnenbäder, daher ist es beinahe unerlässlich sein Hochbeet einen sonnigen Stellplatz zu spendieren.
  • Das Grundgerüst
    Aus welchen Materialien das Rahmenwerk des Hochbeetes besteht, ist eigentlich Wurst. Hauptsache es verrottet nicht so schnell und ist biologisch unbedenklich. Ich persönlich würde daher von asbest- und altölhaltigen Materialien absehen.
  • Etwas Hasendraht
    Um vor grabenden und unerwünschten Gästen verschont zu bleiben, sollte die unterste Schicht mit einem Hasendraht, Wühlmausgitter oder sonstigem engmaschigen Zaun ausgelegt werden.
  • Die Schichten
    Natürlich ist es vorteilhaft das Hochbeet in Schichten auszulegen. Und normalerweise Fallen in einem Garten auch immer so etwas wie Äste, Laub und Gras an. Ich persönlich konnte aber keinen großen Unterschied zwischen einem mit reiner Erde gefüllten Hochbett zu einem Schichthochbeet feststellen.
    Ansonsten ist es bestimmt nicht verkehrt folgende Stapelung anzustreben.
    – Kleingehackte Äste und Zweige, danach
    – Gras und Laub, darüber dann
    – Kompost und zu guter letzt
    – Pflanzenerde

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