Projekt GBGR (Great Britain Gothic Revival) – Episode 2: So langsam wirds

Nachdem die Rahmenbedingungen des “englischen Gartens” soweit abgesteckt waren und bekanntlich nach der nüchternen Theorie die harte Praxis folgt, hieß es auch schon ranklotzen. Die erste Aufgabe bestand darin, für die Eingangsbeleuchtung ein Lehrrohr vom Haus in Richtung neuen Garteneingang zu verlegen. Und kommt mir keiner das dass verlegte Rohr zu groß sei!

Irgendwann muss sicherlich mehr als nur ein Stromkabel an diesem einen bestimmten Ort, dass ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Aus diesem Grund kann so ein Leerrohr nicht groß genug sein, selbst wenn nur ein Stromkabel darin liegt.

Für den Gehweg hieß es dann erneut ran an die Schaufel und buddeln was das Zeug hielt. Natürlich nie in gerade Linien. Alles muss geschwungen und irgendwie organisch wirken. Es durften in keinster Weise gerade Linien zu erkennen sein. Das ist Großartig. Einfach frei Schnauze buddeln ohne vorher eine Richtschnur spannen zu müssen. Klasse!

Wie in der Punkteliste aus Episode 1 schon erwähnt, sollte ja der Weg vom hinteren Bereich des Gartens nach vorne über die Haustür zum neuen oberen Grundstückseingang geführt werden.

Da sich der Eingang nun weiter oben am Grundstück befand, musste auch der Jägerzaun an dieser Stelle entfernt werden. Dieser Akt hatte natürlich eine hitzige Diskussion mit sich gezogen. Wenn es nämlich nach der Meinung meiner Frau ginge, dann sollte einfach der komplette Zaun entfernt werden.

Das geht natürlich überhaupt nicht, wusste ich doch welch gehörige Portion an Zusatzarbeit auf mich zu kommen würde. Es bliebe ja nicht nur beim Zaun entfernen! Die Stützmauer müsste ja dann auch gleich mit erneuert werden, da der uralte Zaun in den vergleichsweise brüchigen Betonstreifen eingemauert wurde. Das wiederum würde bedeutet das ich alles ausgraben und mühsam entsorgen müsste. Ganz zu schweigen vom erneuern der Stützmauer, wie auch immer dieser aussehen mag. Es herrschte also dringende Rede- beziehungsweise Aufklärungsbedarf in Richtung Auftraggeberin und solange ich die Arbeit auch ausführen muss, wird das auch so gemacht wie ich es für richtig halte. Basta!

Nach ein paar Tagen war dann auch der Zaun samt Stützmauer abgebaut und entsorgt worden. Anstelle einer Betonmauer, halten nun Granitleisten den Grund an Ort und Stelle.

Eigentlich hätte ich es mir denken können das derlei Debatten ein einseitiges Unterfangen sind. Wie dem auch sei, nach weiteren Bandscheiben kontraproduktiven Tagen sah das ganze dann so aus.

Sieht eigentlich ganz ordentlich aus. Damit lässt sich für die Zukunft arbeiten. Um den abschüssigen Weg direkt nach der Eingangstreppe vorläufig abzuflachen, wurden drei großflächige Stufen verbaut und der Hang neben der Treppe mit einer zusätzlichen Stützmauer abgefangen.

Irgendwann wird die alte Treppe abgebaut und die Neue um 90° versetzt aufgestellt. So das wenn man aus der Haustüre heraustritt, nach rechts weggehen muss. Das hat aber noch Zeit und wird ein anderes Projekt. Aktuell möchten wir ja nur etwas englischen Flair im Vorgarten haben, mehr nicht.

Dazu musste aber erst der Gehweg fertig gemacht werden, also höchste Zeit um Mörtelkübel, Beton und Bruchplatten ranzuholen. So Polygonalplatten sehen super aus, lassen sich aber beschissen verlegen. Warum haben wir nur so viele davon???

Vom ersten Spatenstich bis zum jetzigen Zeitpunkt waren schon drei Monate vergangen. Mittlerweile war April und vom sogenannten “Englishness” war noch nichts zu sehen.

1 Gedanke zu „Projekt GBGR (Great Britain Gothic Revival) – Episode 2: So langsam wirds“

Schreibe einen Kommentar