Projekt Taverne – Ep. 6: Nur eine kleine Lappalie! Die rustikale Pforte zur Taverne

Große Projekte beginnen meist recht groß und enden eher selten. Im Jahr 2020 könnte es aber vielleicht soweit sein und ein im letzten Jahr begonnenes Großprojekt, die mediterrane Taverne, könnte bei mir zum jähem Ende finden. Na gut, einen Schlusspunkt wird es vermutlich nie geben! Der Satz “Ist ja nur noch ne Lappalie, mach schnell mal zwischendurch fertig”, ist neben “Wo ist das Verbandszeug?” der wohl bekannteste Satz eines Hobbyhandwerkers. Fertig wird so ein Projekt sowieso nie, da brauchen wir uns nichts vormachen. Es findet sich an jeder beendeten Baustelle irgendwann ein Upgrade das durchgeführt werden will. Aber genug geredet, kommen wir zu meinem (vorerst) vorletzten Vorhaben, dem Tor zur Taverne.

Hauptsache Antik, Hauptsache günstig

So wirklich wusste ich vor Baubeginn nicht wie das Tor einmal auszusehen hat, und auch noch während der Bauphase gesellten sich ein bis zwei neue Ideen hinzu! Was ich allerdings genau wusste, war das ich so gut wie keine neuen Materialen kaufen wollte. Wie immer halt. Glücklicherweise sind vom Bau der Taverne noch drei handbehauene Balken über und vom “Winter Notprojekt” im Spätherbst des letzten Jahres, noch einige Holzbohlen.

Das Winter Notprojekt ist auch wieder so ein Vorhaben welches so nicht vorhersehbar war. Es ist nämlich so, dass das mediterrane Eck eine eklatante Schwachstelle besitzt. Meine Taverne, und das ist echt unglaublich, liegt trotz optischer Nähe nicht in der mediterranen Klimazone! Anders gesagt, unsere Winter sind für mein Empfinden viel zu Kalt und ein nach oben hin offenes Dach lässt zwar super romantisch den Sternenhimmel erblicken, aber auch ungeniert die Kälte nach unten kommen.

Die wirksamste Gegenmaßnahme ist natürlich das bedecken des Daches und damit leider auch das aussperren des Sternenhimmels. Hierzu wurden extra die abgelagertsten Holzbohlen im letzten vergessenen Eck des Sägewerks gesucht, was dem Betreiber schon sehr seltsam vorkam.

Im Zusammenspiel mit dem elektrischen Heizpilz, hatten wir so einige schöne Winterabende verbringen können. Ich gebe zu, die sehr südliche Optik hat dadurch ein wenig gelitten, beziehungsweise wurde seine neue optische Ausrichtung mehr in Richtung Südtirol verlagert.

Kommen wir aber zurück zu meinem Vorhaben, der Pforte zur Taverne. Die alten handbehauenen Balken wurden einfach nur links und rechts verankert und verschraubt. Dazu wurden von mir im Vorhinein schon Pfostenträger in Beton eingelassen (Amazon). Der linke der beiden Stützbalken wurde zusätzlich noch an der Steinmauer verschraubt.

Wichtig hierbei, beide Balken sollten in etwa gleich hoch enden. Ein bisschen schief geht zwar bei rustikaler Optik immer, es soll ja möglichst alt und schon in Mitleidenschaft gezogen aussehen, aber ein Comic Look sollte daraus nicht entstehen.

Oben drauf landete dann einfach nur der dritte Balken als Sturz. Nochmals etwas zu den Stützbalken, denn beim Senkel, also der Senkrechten, gibt es kein Pi mal Daumen. Die Balken sollten so exakt wie möglich im Senkel stehen. Hier gibt es auch wenig Spielraum für eine rustikale Optik, denn nur so erspart man sich später viel Zeit für das ausrichten und anbringen der Tore.

Der kleine Zwischenraum rechts zwischen dem alten Stützbalken und dem modernen Geräteschuppen ist übrigens so gewollt. Der kleine Zwischen dient in Zukunft als Fläche für Drahtseile, welche einmal einen Weinstock tragen dürfen. Ich erhoffe mir dadurch ein verwischen der Grenze zwischen Alt und Neu.

Weniger einfach als Gedacht

Der Rahmen steht, das Tore selber aber noch nicht. Besser gesagt die Tore! Denn kurzerhand hatte ich mich für ein zweiflügliges Tor entschieden. Als Türblatt dienten natürlich die alten Holzbohlen. Soweit so klar, aber wie mache ich aus krude Holzbohlen ein funktionales Türblatt? Das Blatt selber sollte ja alt und irgendwie krude aussehen und dennoch so exakt wie möglich passen.

Dafür wurden zuerst drei der Bohlen so am Boden ausgelegt, dass sie irgendwie brauchbar zusammenpassen. Dazu musste ich sie stellenweise drehen und in sich verschieben.

Hat man dann einen schönen Verbund gefunden, wurden aus dem langen Dreierblock die schönsten zwei Meter herausgesucht, angezeichnet und mit Übermaß herausgeschnitten.

Die grob zugeschnittenen Holzbohlen wurden dann auf Böcken ausgerichtet, was dem Rücken alternder Personen sehr entgegen kam. Danach fixierte ich die Bohlen mit Latten, so das sie sich beim sägen nicht verschieben konnten. Anschließend wurde das zukünftige Tor aufgezeichnet und herausgesägt.

Wirklich wichtig war ein paralleler Verlauf der beiden Längsseiten, denn hier wurde ja auf der einen Seite der Beschlag angeschraubt und auf der anderen Seite das Schloß zur nächsten Tür. Das muss passen.

Danach wurden die provisorisch angeschraubten Haltelatten entfernt und durch zwei Längs- sowie einer diagonalen Latte stabilisiert. So bleiben die Bohlen an Ort und stelle und können sich nichtmehr verschieben.

Das ganze wurde dann natürlich wiederholt, denn ein doppelflügliges Tor besitzt ja zwei dieser Türen.

Hauptsache Antik

Um den altertümlichen Look beizubehalten, mussten auch antike Beschläge und Schlösser her. Echte alte Beschläge und Schlösser sind aber sehr schwer zu finden und die wenigen die gefunden wurden, wurden zu Preisen verhökert die an Unverschämtheit nicht zu überbieten waren.

Glücklicherweise gibt es ja noch das Internet und mit etwas Suchen fand ich auch tatsächlich Türbänder die dem was ich mir vorgestellt habe sehr nahe kamen.

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Die antik wirkenden Türbänder wurden zuerst an den Stützbalken ausgerichtet und dann verschraubt.

Die Türblätter selber wurden erst danach mit sämtlichen Hilfsmitteln, ausgerichtet, unterlegt, festgeklemmt und letztendlich mit den Bänder verschraubt.

E voilà, fertig ist das altertümlich wirkende Tor.

Sieht echt besser aus als ich dachte, da muss ich mich jetzt noch echt loben dafür:

“Gut gemacht Dimi, sieht klasse aus. Bist einfach der Beste ?”.

Nein, Spaß beiseite. Es gibt nicht viele Momente in denen das Resultat wirklich besser aussieht als man es sich im Vorhinein vorgestellt hat und das alte Tor war so ein Moment.

Was aber noch fehlte waren passende Türgriffe und ein Riegel zum verschließen der Pforte. Diese fanden sich, moderner Algorithmen sei dank, sehr schnell beim gleichen “Warenhaus”.

Obwohl es die Preise nicht vermuten ließen, muss ich nachträglich gestehen das die “billigen” Beschläge und Schlösser äußerst robust sind und sich sehr gut ins Gesamtbild einfügen. Vor allem bei den Bändern hatte ich Sorge das sie die schweren Holzbohlen nicht halten können, aber diese Sorge war zum Glück unbegründet.

Ich hoffe nur das die hellen Streifen der Holzbohlen baldmöglichst nachdunkeln. Solche Streifen entstehen beim Lagern der Bohlen und zeigen die Lagerung dieser.

So, dass Projekt “mediterranes Eck mit Taverne” ist fast fertig. Fehlt nur noch ein standesgemäßes Dach, aber das ist Teil eines anderen Artikels.


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