Projekt Taverne (Toskana) – Episode 1: Platz da

Nach etlichen Baustellen und einigen Jahren die seit dem Kauf des Grundstücks ins Land gezogen sind, war es im Frühjahr diesen Jahres endlich soweit. Eine der bedeutsamsten Baustellen *hüstel* in unserem Garten wurde schließlich in Angriff genommen. Die Rede ist von dem Fleckchen Land, welches einmal nicht weniger als das Mittelmeer in unserem Garten bringen soll.

Aktuell ist es aber noch unvorstellbar das irgendetwas daraus wird. Der alte Unterstellplatz mit angrenzendem Schuppen und Blechhütte, die gut und gerne 40 Jahre alte Thujahecke mit angrenzenden Nadelwald und das irgendetwas was auf dem Carport wächst, sehen nicht gerade nach Toskana aus.

Aber wie heisst es so schön, kleine Schritte führen zum Ziel und so besteht die allererste Herausforderung darin sich etwas Platz zu schaffen.

Angefangen wurde mit der alten Hecke, die seit Jahren anarchisch vor sich hin wächst. Wobei Hecke ist das falsche Wort, gaukelt es doch einem eine organisch dichte Barriere vor. Unsere Hecke ist nur irre hoch und noch viel irrer breit, dafür weder sonderlich grün noch dicht. Kurzum, sie muss entfernt werden.

Weiter geht es in dem Programm “Platz schaffen” mit den angrenzenden und oben schon erwähnten Gebäudetrio (Unterstellplatz, Schuppen und Blechhütte). Ich bin jetzt kein Ralf Dammasch und es fällt mir schwer alte Substanzen weiter zu verwenden. Zwar sammle ich auch gerne guterhaltenes Material für den Neuaufbau, aber alte Strukturen in irgendeiner Form zu integrieren, ist einfach nicht mein Ding. Ich fühle mich da einfach zu eingeengt in meiner Gestaltungsfreiheit, vor allem wenn ich an den alten “Architekturen” so gar nichts erhaltenswertes erkennen kann.

Ganz anders sieht es da Mademoiselle Ehefrau. Sie sieht in allem irgendwie etwas Tolles. Das mag zwar fürs Leben super sein, für die Gartengestaltung ist das aber absoluter Horror. Wobei ich so etwas schon erwartet habe.

“Schatz, es wäre doch irgendwie schön, wenn das alte Carport in irgendeiner Form stehen bleiben könnte. Es ist doch schon so schön zugewachsen. Vielleicht kann man daraus eine Pergola oder so etwas machen”.

Als ob dieser Satz für sich allein nicht schon genug wäre, kommt noch folgendes:

“aber nur wenn es keine großen Umstände macht”

Dieser letzte Passus, der einem in dem Glauben lässt eine freie Entscheidung zu haben, lässt einem keine. Für das Heimwerkerohr klingt es vielmehr nach einer Drohung, bestenfalls nach einer Herausforderung.

Mit den Jahren habe ich an Diplomatie dazugelernt und versuche mich mit folgendem Satz aus der Affäre zu ziehen:

“Mausi, ich geb mein bestes und schau was sich machen lässt”

Natürlich weiß ich das dass Carport abgerissen wird, daran besteht absolut kein Zweifel, aber lieber sich nachher entschuldigen, als vorher ewig zu diskutieren. Es muss nur schnell geschehen und im besten Fall während der Abwesenheit meiner Frau. Nur wie?

Das Glück ist mit dem Tüchtigen

Wurde der bisherige Garten mit reiner Willenskraft und unbändiger Manpower umgestaltet, hatte ich diesmal echt Glück. Just zu dem Zeitpunkt als mein Projekt begann, hat sich mein Nachbar einen Bagger besorgt. Zugegebenermaßen ist dieser recht alt, aber dafür unheimlich Robust. Streng nach dem Motto: Lieber hässlich baggern, als hübsch schaufeln, oder so ähnlich.

Radlader bin ich schon öfter gefahren, Bagger hingegen noch nie. Allerdings habe ich keine Berührungsängste gegenüber schwerem Gerät. Nach einer kurzen Einweisung und ersten Testbaggerungen, habe ich mich regelrecht in einen Blutrausch gebaggert.

Ich muss zugeben, es hat richtig Spaß gemacht! Vom Gefühl her würde ich sagen ich saß keine 10 Minuten im Bagger, vom Ergebnis her muss es deutlich länger gewesen sein *grins*.

Dummerweise ist nun kein erhaltenswerter Schuppen mehr da. Keine Ahnung wie das so schnell passieren konnte. Vielleicht war ich so glücklich darüber das ich die gefühlten 1000 Wurzelstöcke ohne viel Blut- bzw. Schweißvergießen entfernen konnte, vielleicht habe ich es aber im Eifer des Gefechts einfach nur vergessen. Mit Sicherheit bestand keine Absicht darin, egal was alle anderen Behaupten *zwinkerzwinker*.

So oder so kann man jetzt endlich mit dem Eck etwas anfangen und das nach nur einem Wochenende Arbeit. Hier höre ich die Toskana schon rufen…

2 Gedanken zu „Projekt Taverne (Toskana) – Episode 1: Platz da“

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