Projekt Taverne (Toskana) – Episode 5: Gewöhnliche Douglasie

Nachdem sich die arbeiten der Pergola dem Ende neigten, konnten ich mir Gedanken über den Fußboden und die kleine Pforte aus Episode 3 machen. Ihr wisst schon, die kleine zusätzliche Arbeit welche mir in einem Akt der Schwäche aufgeschwatzt wurde. Hierfür wurde ja extra die Mauer mit einem vertikalen Ende versehen, an der, soweit meine Idee, irgendwann einmal ein mediterran angehauchtes Tor stehen soll.

Wie dieser Hauch an Mediterranismus aussehen wird, weiß ich ehrlich gesagt noch nicht. Das ist aber auch nicht weiter schlimm, da das Tor zum jetzigen Zeitpunkt noch völlig uninteressant ist und es mit Sicherheit noch Monate dauern wird bis ich mir darüber den Kopf zerbrechen muss.

Worüber ich mir aber schon jetzt den Kopf zerbrechen darf, ist die Tatsache das sich dort einmal ein Tor befinden soll. Allerdings sieht ein Tor, das einfach nur so da steht, irgendwie verkehrt aus. Von daher ist äußerst wichtig das sich ein kleiner Pfad dorthin schlängelt, um dem Tor zumindest optisch eine echte Daseinsberechtigung zu geben.

An und für sich wollte ich einen einfachen Holzsteg bauen. Dieser Gedanke wurde aber schnell wieder verworfen, da ein Holzsteg nicht wirklich mediterran aussehen würde.

Also muss es doch ein Steinpfad sein und glücklicherweise stieß ich vor einiger Zeit auf einem mit Bruchplatten konstruierten Weg, dessen Umsetzung mir seither am Herzen lag und förmlich danach schrie verwirklicht zu werden. Dafür musste ich aber zuallererst den Boden mit einem strapazierfähigen Unkrautvlies (Amazon) auslegen. Sicher ist sicher.

Anschließend wurden, und das ist wichtig, die dafür benutzten Bruchplatten willkürlich ausgesucht. Willkürlich heisst jetzt nicht das die Platten blindlings vermörtelt wurden, sondern das NICHT darauf geachtet wurde wie der Gehweg am Rand endet. Das ganze sieht dann nach dem verfugen in etwa so aus.

Die entstandenen Freiflächen neben dem Weg werden irgendwann einmal, also relativ zeitnah, für zwei oder drei Weinstöcke herhalten müssen. Das klingt doch mal sehr Mediterran, oder?

Die Bretter die meine Welt bedeuten

Nachdem die Arbeiten am Weg für das mediterrane Tor erledigt waren, konnte ich mich um den eigentlichen Boden der Toskana kümmern. Wir entschieden uns für einen unbehandelten Dielenboden aus Douglasie. Dieser graut irgendwann nach und passt dann sehr gut in das antikes Gesamtbild.

Zuvor wurde aber der Boden verdichtet und wie schon beim Gehweg komplett mit Unkrautvlies ausgelegt. Wunder euch nicht das hier auf einmal die Pergola fehlt, die Arbeiten haben sich teils überschnitten und ich habe nicht bei jedem Arbeitsschritt Fotos gemacht.

Um später so wenig wie möglich an der Unterkonstruktion nachjustieren zu müssen, wurde der Untergrund mit Kies so eben wie möglich verteilt. Hierfür wurden extra Schnüre gespannt um neben einer planen Fläche auch ein Gefälle zu erreichen.

Der übriggebliebene minimale Höhenunterschied, welcher mit dem Kies nicht ausgeglichen werden konnte, wurden dann mit sogenannten justierbaren Balkenlager (Amazon) ausgeglichen. Diese werden einfach nur unter den Trägerbalken gelegt oder geschraubt und können mittels einem Gewinde auf die gewünschte Höhe gebracht werden.

Im Normalfall würde man vor der Arbeit die Anzahl der Dielen und Balken so genau wie möglich ausrechen. Da bei mir aber selten etwas normal läuft, konnte ich diesen Schritt nur bedingt verwirklichen. Sieht man sich nämlich unsere Toskana etwas genauer an, erkennt man das es nirgends gerade Strukturen gibt. Hundertwasser wäre stolz auf mich gewesen, Pythagoras hätte mich aber dafür gehasst.

Es ist beinahe unmöglich die genaue Anzahl an Brettern und Balken zu errechnen. Da an den gebogenen Enden, und von denen gibt es mehr als genug, auch mehrere Balkenlager nötig sind. Aus diesem Grund wurde “nur” geschätzt und zwar lieber übertrieben als untertrieben, nicht das am Ende wegen einer fehlende Diele das ganze Projekt ins stocken gerät.

Aller Anfang ist schwer

Wie heisst es so schön? Wenn man nicht weiß wo vorne und hinten ist, fängt man halt in der Mitte an. Das ist hier leider nicht anders, da der einzige Fixpunkt an denen ich die Dielen ausrichten konnte, der obere Zugang der Toskana war.

Diese mit Pfeilen markierte Kannte wird zwar irgendwann einmal der Hauptzugang zur Toskana sein, aber hier kann ich nicht einfach mit dem verlegen der Dielen anfangen! Er ist einfach zu schmal und die Gefahr daher sehr groß das die Dielen zum Ende hin krumm verlaufen. Mir bleibt also nur die Möglichkeit von der Mitte heraus zu arbeiten.

Mit einem einfachen 3 zu 4 zu 5 Maß wurde die schmale Kante am Rand der Toskana in die Mitte übertragen und mit einer Richtschnur kennbar gemacht.

Von da aus konnten dann die ersten Balken verlegt und auch die ersten Dielen verschraubt werden.

Es ging los in Richtung der langen Mauer. Das ging relativ flott, obwohl ich jedes Dielenende maßgenau Sägen musste/wollte.

Um mir die Arbeit am Rand zu erleichtern, habe ich mir eine Konturenlehre (Amazon) besorgt. Damit lässt sich die wellige Mauer sehr einfach auf die Dielen übertragen, soweit diese nicht breiter als 25 Zentimeter waren.

Ab dann wird es mit der kurzen Lehre schwierig und es musste, wie bei den Längsschnitten zu sehen, wieder klassisch auf ein Metermaß zurück gegriffen werden.

Als sich die Arbeit endlich dem Ende neigten, passierte das was auf keiner Baustelle je passieren dürfte. Zwar wurde wie oben schon geschrieben lieber zu viele Dielen und Balken bestellt, nicht aber Balkenlager! Genau dreizehn haben noch gefehlt und ein schnelles besorgen war absolut unmöglich.

Glücklicherweise fiel mir da ein kleiner “Haushaltstrick” für selbstgemachte Auflager ein. Siehe dazu den Beitrag “Estrichbeutel! Die günstigste Alternative zu höhenverstellbaren Terrassenlager (Balkenlager)” an. Na gut, eigentlich wollte ich schon immer mal wissen wie gut diese Plastikbeutel-Estrich-Auflager funktionieren und hier konnte ich es endlich erfolgreich anwenden.

So vorbereitet konnte ich dann auch die restlichen vier Quadratmeter noch am selben Tag verlegen und am Ende lag der Dielenboden da wie die Eiger Nordwand. Nur eben flach und aus Douglasie.

Leider neigte sich der Sommer 2019 dem Ende zu und die etwas kühleren Herbsttage ließen starke Zweifel aufkommen ob ein offenes Dach auch wirklich die cleverste Idee war.

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